Innehalten in der Pfarrkirche, Artikel in der IVZ vom 28.04.20

Küster Ulrich Hoffstädt (links) und Hans-Wilhelm Potocki erklären, was es mit dem Brunnen in der katholischen Kirche St. Margaretha auf sich hat.

Besucher der katholischen Pfarrkirche St. Margaretha werden in diesen Tagen von einem Plätschern empfangen. Wer dem ungewohnten Geräusch Richtung Kreuz folgt, findet in dem mit Birnbaumzweigen dekorierten Chorraum vor der brennenden Osterkerze einen Brunnen aus Sandsteinen, drumherum kleine Lavasteine und feiner Quarzsand sowie zwei Tonkrüge, im sprudelnden Wasser rote und rosafarbene Rosen.
„Wir möchten jetzt nach Ostern das Thema Wasser aufnehmen“, beschreiben Hans-Wilhelm Potocki vom Liturgiekreis der Kirchengemeinde und Küster Ulrich Hoffstädt, wie es zu dem Ensemble in dem Gotteshaus kam. Meditative Texte aus der Bibel, des französischen Schriftstellers Antoine de Saint-Exupéry sowie der Benediktinerin und Dichterin Hildegard von Bingen ergänzen das Angebot, das unter dem Thema „Wasser als Quelle des Lebens“ Impulse setzt.
Leere Kirchenbänke zu den üblichen Gottesdienstzeiten sind weder für Seelsorger noch für Gläubige ein schöner Anblick. Wie viel fehlt, wenn in Corona-Zeiten Messen und andere lieb gewonnene Veranstaltungen nicht stattfinden dürfen, wird in der Osterzeit besonders deutlich. Nicht um die Feierstunden in der Kirche St. Margaretha zu ersetzen, aber um den Menschen in der aktuell schwierigen Situation Hoffnung zu geben, hatte der Liturgiekreis gemeinsam mit Küster Ulrich Hoffstädt seit der Karwoche solche Impulse vorbereitet, zu denen sie die Menschen in das Gotteshaus einluden.
Das Ensemble, das die Besucher dazu einlädt, die Ruhe zu genießen und im Gebet oder in den meditativen Texte zu versinken, steckt voller Symbolik. So sei in der Osternacht von Pater Shaji George in der leeren Kirche die Kerze geweiht und angezündet, das Wasser gesegnet worden, erklären Hoffstädt und Potocki. Die Tonkrüge kämen normalerweise am Gründonnerstag bei der Fußwaschung zum Einsatz, die Rosen wurden zur Sterbestunde Jesu am Nachmittag des Karfreitags bei der Kreuzverehrung zu einem Rosenteppich gesteckt.
Mit viel Liebe zum Detail haben die Organisatoren die jeweiligen Impulse vorbereitet und gestaltet. Dass die Gläubigen sie gerne nutzen, hat Hoffstädt in den vergangenen Wochen beobachtet. Er weist darauf hin, dass die „Quelle des Lebens“ weiterhin zum Gebet und Innehalten in der Pfarrkirche St. Margaretha einlädt.


Quelle: IVZ 28.04.2020,  Dietlind Ellerich